Verstaut in dunklen Sälen, ruht ein immenses Archiv der Natur. Glaskolben in Regalen, manche kaum fingerlang, andere hüft­hoch, konservieren Fische für die Wissenschaft.
Den Uraltgefäßen entweicht stechender Alkoholdunst, der bei Sommerhitze den Atem verschlägt. Die Etiketten, sauber in Tusche beschriftet, tragen die Namen von Forschungsreisenden der letzten Jahrhunderte.
In den Fotografien von Felix Streuli werden diese Objekte durch eine beklemmende Perfektion isoliert. Vor schwarzem Hintergrund erscheinen die Fische in fahlem Licht. Sie wirken verloren und verströmen eine unendliche Einsamkeit – auch wegen der engen Glasbehälter, die oft nur schwach erkennbar sind. Viele Fische erscheinen erstaun­lich lebendig in ihrer letzten Pose, sodass der endlose schwarze Raum zur trügerischen finalen Option wird. Elende Tragik, ungewollte Komik und makellose Schönheit verleihen der Arbeit eine verstörende Dimension.
Die Arbeit entstand im Göteborgs Naturhistoriska Museum, im Natur­historischen Museum Basel und im Museum für Naturkunde der Berliner Humboldt-Universität.

Serie: Fische
Werke: 41 Fotografien
Jahr: 2008